Montag, 19. Oktober 2009

Bergsteigen


Erstmal muss ich erwähnen, dass ich am Freitag einen Untermieter in meinem Zimmer bekommen hab. Ich wohn jetzt nämlich nicht mehr alleine in meinem Zimmer, sondern mit einem kleinen Gecko=) Seid Freitag will dieses kleine Tierchen nicht mehr aus meinem Zimmer raus. Vor allem ist es in der Nacht nervig, da es so komische Geräusche von sich gibt, die echt nervig sind.


Aber jetzt zu meinem eigentlichem Eintrag. Am Samstag hab ich mich mit den anderen Deutschen an deren Uni getroffen, da wir dort von einem Bus abgeholt wurden sind, weil wir einen Tag vorher eine Fahrt zu der Parfüm Pagode (Chùa Hương) gebucht hatten. So wie es hier in Vietnam üblich ist, kam der Bus gut eine Stunde zu spät. Insgesamt sind wir 2 Stunden mit dem Bus über sehr Schlaglochreiche Landstraßen gefahren und haben fast nur Reisfelder gesehen. Also wir dann angekommen sind, mussten wir mit kleinen Booten weiter fahren. Diese Boote sind maximal für 4-5 Leute gemacht und jeweils eine vietnamesische Frau sitzt hinten im Boot und muss rudern. Die Frauen taten uns schon sehr leid, da es auch eine unglaubliche Hitze war. Wir sind bestimmt noch mal eine Stunde mit den Booten gefahren.

Die Landschaft war übrigens traumhaft schön. Total viele Berge, der Fluss und diese Stille, einfach total idyllisch und das totale Kontrastprogramm zu Hanoi.

Als wir dann am Fuß des Berges angekommen sind, auf dem die Pagode ist wurden wir sofort von irgendwelchen Frauen belagert, die uns entweder etwas zu Trinken oder irgendwelche Souvenirs andrehen wollten. Da wir uns zuvor entschieden hatten, nicht mit dem Gondellift zu fahren, sondern zu laufen mussten wir feststellen, dass es doch höher ist, als wir erwartet hatten. Also mussten mir, um zur Pagode zukommen, den Berg erklimmen. Ich will gar nicht wissen, wie viele Stufen und Höhenmeter wir überwunden haben. Um ehrlich zu sein, hab ich es schon am Anfang des Weges bereut, mich für das Laufen entschieden zu haben. Anfangs war gar nicht das Wandern sich so anstrengend, sondern viel mehr die Hitze. Einige von uns haben sich auch einen guten Sonnenbrand geholt, ich aber nicht=) Aber umso länger wir gelaufen sind und umso mehr Treppen wir hinter uns gelassen haben, machte uns nicht nur die Hitze zu schaffen. Eigentlich will ich gar nicht versuchen zu beschreiben wie anstrengend und hoch das war, da man es einfach selbst gemacht haben muss. Man hatte aber teilweise eine wunderschöne Aussicht auf die restliche Landschaft. Als wir dann endlich angekommen waren (ich war als viertes, von 13 Leuten oben =P), war dort eine andere Pagode, als ich sie mir vorgestellt hatte. Denn es war eine Grotte. Aber diese Grotte war so schön und vor allem kühl=) Von den Felsen über uns ist Wasser getropft, welches in großen Bronzeschalen aufgefangen wurden ist. Man sagt über dieses Wasser, wenn man sich damit wäscht soll es einem Glück bringen. Bevor wir das überhaupt wussten, haben wir uns damit schon unsere Gesichter und Arme gewaschen, aber nicht wegen dem Glück, sondern weil es nach dem schweißtreibenden Bergsteigen einfach gut tat=)

Nach dem wir uns dann dort alles angeguckt und akklimatisiert hatten, obwohl es eigentlich echt nicht viel zu sehen gab, wollten wir dann etwas essen gehen. Allerdings war das Restaurant am Fuß des Berges, also dort wo wir gestartet sind. Fünf andere und ich haben uns dann dazu entschieden nicht runter zu laufen, sondern den Gondellift zunehmen. Ich bin ehrlich und gebe zu, dass ich vor allem zu faul war um wieder runter zulaufen. Aber ein anderer Grund war auch, dass es runter viel anstrengender für die Knie ist und die einzelnen Stufen so groß waren, dass ich mit meinen kleinen Beinchen echt Probleme hatte =P. Ebenfalls ein sehr schöner Nebeneffekt war die faszinierende Aussicht, die wir aus der Gondel hatten. Wir waren dann natürlich auch die ersten, die im Restaurant angekommen waren und mussten noch auf die anderen warten. Als die dann auch nach und nach eingetroffen sind konnten wir endlich essen. Allerdings mussten wir leider feststellen, dass das Essen nicht wirklich lecker gewesen ist.

Und in diesem Restaurant hab ich meine ersten Erfahrungen mit den typisch vietnamesischen Toiletten gemacht. Also einfach ein Loch im Boden. War schon sehr amüsant und eklig.

Nach dem Essen hatten wir noch Zeit eine andere Pagode in der Nähe des Restaurants zu besichtigen. Dies war dann eine typische Pagode. Auch total schön und idyllisch. Ich habe festgestellt, dass ich mich in der Atmosphäre von Pagoden total wohl fühle und da echt gerne mal so 2 Wochen (aber auch nicht länger) verbringen würde.

Als wir damit dann auch fertig waren ging es wieder mit den Booten zu unserem Bus zurück. Was ich hier auch sehr merkwürdig finde ist, dass hier Trinkgeld keine freiwillige Sache ist, sondern dass man dazu aufgefordert wird, welche zu bezahlen. Also haben wir der Bootsfahrerin dann auch Trinkgeld gegeben, nachdem sie uns dazu aufgefordert hatte. Nicht dass die Aufforderung nicht genug wäre, entscheiden die auch selbst, wie viel Trinkgeld du ihnen geben sollst. Wir fanden das schon echt seltsam, vor allem weil es in vietnamesischen Restaurants, Cafes, Bars, etc. nicht üblich ist Trinkgeld zu geben.

Als wir dann wieder am Hoan Kiem See abgesetzt wurden sind, ist dann ein Teil der Gruppe noch etwas essen gegangen und ich konnte endlich meine Spaghettis essen, auf die ich schon so lange Hunger hatte=) Danach bin ich dann mit dem Taxi nach Hause gefahren, hab mich noch was mit meiner Schwester unterhalten und bin dann auch schlafen gegangen.


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